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Ein Brot um 60 Dollar – und halb Instagram versteht nicht, was hier verkauft wird.

10. Aug.
5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 13. Sept.


Gerade gibt es einen Grazer Bäcker, der in New York einen Laden eröffnet hat und dort Sauerteigbrot verkauft. Um 60 Dollar. Und natürlich tut das Internet gerade das, was das Internet in solchen Fällen am besten kann: sich maßlos darüber aufregen.


Ich lese die Kommentare auf Instagram mit einer gewissen Begeisterung. Wer bitte kauft ein Brot um 60 Dollar? Das könne ja niemals 60 Dollar wert sein. Bei uns kostet ein Sauerteigbrot fünf Euro. Früher hat man Brot noch selber gebacken. Ihr kennt das.

Und während alle darüber diskutieren, ob dieser Mann jetzt größenwahnsinnig geworden ist, hat er die Bude voll.


Ich finde das genial und ich feiere ihn.


Und noch genialer finde ich, dass ich ziemlich sicher weiß: Wenn ich morgen in New York wäre, würde ich dieses Brot kaufen. Ich würde es feiern und kaufen.

Nicht, weil ich glaube, dass dieses Brot sechsmal besser schmeckt als ein sehr gutes Brot bei uns. Ich würde es kaufen, weil ich diesen Laden erleben will, weil ich in dieser Welt sein will.

Ich habe die Bilder gesehen und sofort verstanden, warum die Menschen dort hinwollen. Dieser minimalistische Raum, das Licht, die Art, wie das Brot präsentiert wird. Allein was die Bäcker tragen- ich bekomm Schnappatmung bei jedem einzelnen Bild.

Da steht nicht einfach irgendwo ein Regal voller Laibe und daneben eine Verkäuferin mit Schürze. Da wurde um eine einzige Brotsorte eine ganze Welt gebaut.

Und offenbar funktioniert sie.


Was mich an der ganzen Geschichte so amüsiert: Die Menschen diskutieren die ganze Zeit über den Preis des Brotes. Dabei ist das Brot längst nicht mehr das Einzige, was dort verkauft wird. Ich würde auch die Geschichte kaufen. Den Laden. Das Erlebnis. Ein bisschen New York. Und wahrscheinlich auch das Foto von meinem völlig überteuerten Brot in der Hand grinsend und glücklich.


Eigentlich absurd? Aber wir machen das ständig!

Wir zahlen fünf Euro für einen Kaffee, weil wir in genau diesem Café sitzen möchten. Wir fahren wegen eines Hotels irgendwohin, obwohl wir zu Hause vermutlich im bequemeren Bett schlafen. Wir kaufen die Handcreme aus dem kleinen Concept Store und nicht die daneben aus dem Drogerieregal, obwohl wir bei beiden keine Ahnung haben, ob unsere Hände danach tatsächlich schöner sind.


Wir kaufen eben nie nur nach Vernunft.


Und genau deshalb finde ich diese Geschichte für Aurea Stock so so so passend.

Denn natürlich könnte ich ein dōTERRA Öl einfach auf einen Tisch stellen und fotografieren. Man sieht das Produkt und man weiß, worum es geht. Aufgabe erfüllt.


Aber mich interessiert das Drumherum. Hier siehst du ein paar Beispiele

Wie sieht ein Leben aus, in dem dieses Öl vorkommt? Wo steht es morgens? Wer greift danach? Wie fühlt sich der Raum an? Ist es laut, bunt und ein bisschen chaotisch oder ganz ruhig? Was passiert rundherum? Welche Kulisse hat das Produkt (;)du weisst was ich meine, wenn du den letzten Friday Matcha gelesen hast)


Wenn ich Balance ohne nichts anderes, sehe ich Balance.

Wenn Balance neben einem zerwühlten Bett liegt, warmes Morgenlicht ins Zimmer fällt, irgendwo nackte Füße aus der Decke schauen und der Diffuser schon läuft, sehe ich plötzlich viel mehr als eine Flasche Öl.

Vielleicht denke ich an meinen eigenen Morgen. Vielleicht hätte ich es gern genauso ruhig. Vielleicht gefällt mir einfach das Licht, die Bettwäsche. Völlig egal. Das Bild hat längst etwas mit mir gemacht, bevor ich überhaupt gelesen habe, was darunter steht.


Und genau das vergessen wir beim Marketing wahnsinnig oft.


Das emotionale Gehirn lenkt. Das rationale denkt.

Wir bilden uns gerne ein, wir würden zuerst Informationen aufnehmen, darüber nachdenken und dann entscheiden, ob uns etwas interessiert. Dabei ist längst vorher etwas passiert. Unser Gehirn hat in kürzester Zeit sortiert: Mag ich. Mag ich nicht. Interessiert mich. Kenn ich. Will ich mehr davon sehen. Weiter.


Und für dich bedeutet das ganz praktisch: Du hast ungefähr drei Sekunden.


Drei Sekunden auf Instagram. Drei Sekunden bei einem Newsletter. Und auch in deiner WhatsApp-Kundengruppe entscheidet der erste Blick, ob deine Kundin sich in das, was du ihr gerade schickst, reinstürzen kann – oder ob sie denkt: Lese ich später.

Und wir wissen alle, was „lese ich später“ meistens bedeutet. :)


Das Verrückte daran ist: Du kannst darunter den besten Text deines Lebens geschrieben haben. Eine Geschichte, die genau diese Frau berühren würde. Eine Information, die sie wirklich brauchen könnte. Nur muss sie dort erst einmal hinkommen.

Deshalb: Unterschätze nie ein Foto.

Ein gutes Bild (aka ein Bild das fühlen lässt) ist nicht das hübsche Ding, das du oben auf deinen Text setzt, damit dein Posting schöner aussieht. Es ist oft der Grund, warum dieser Text überhaupt gelesen wird.

Und das ist für mich der ganze Zauber von Imagefotografie und Butter bei den Fischen- es ist nicht nur ein Zauber, sondern auch eine Kunst, die viel Zeit und Gespür braucht.

Ich will nicht ein Produkt schöner machen, als es ist. Es ist auch nicht Ziel irgendein künstliches Leben drumherum zu erfinden.

Sondern ihm einen Kontext zu geben, in dem ich etwas fühlen kann.


Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich diese 60-Dollar-Brot-Geschichte so liebe. Alle reden darüber, ob das Brot diesen Preis wert ist.

Und ich sitze da und denke die ganze Zeit:

Schaut euch doch diesen verdammten Laden an. Natürlich will ich da rein und wenn ich drinnen bin, aber hallo, natürlich kauf ich Brot.


Und genau dieses Da will ich rein ist etwas, das ein Bild schaffen kann, lange bevor du mir erklärt hast, warum ich überhaupt hineinwollen sollte.


Und falls du jetzt denkst: Okay, aber wie baue ich solche Bildwelten eigentlich selbst auf? Was macht ein Bild emotional? Warum funktioniert das eine und das andere überhaupt nicht?

Genau da gehen wir ab Oktober noch viel tiefer rein.

Als Aurea Stock & Bond Abonnentin bekommst du in der neuen Aurea Bond Academy ein ganzes Modul zu emotionaler Bildsprache, Imagefotografie und der Psychologie dahinter.

Denn ich möchte dir nicht nur richtig gute Bilder geben.

Ich möchte, dass du weißt, warum sie funktionieren – und was du damit machen kannst.


Denn weißt du: Für manche Menschen sind unsere Öle genau das, was dieses 60-Dollar-Sauerteigbrot für halb Instagram gerade ist.

„Wer zahlt denn bitte so viel dafür?“

Und du kannst jetzt anfangen, ihnen zu erklären, warum dieses Öl seinen Preis wert ist. Herkunft, Qualität, Inhaltsstoffe, Anbau, Tests. Alles richtig.

Oder du erschaffst eine Welt, bei der sie irgendwann denken:

Okay. Jetzt verstehe ich, warum du das haben willst.

Vielleicht müssen wir nicht jeden Menschen davon überzeugen, dass unser 60-Dollar-Brot sein Geld wert ist.

Vielleicht müssen wir viel öfter dafür sorgen, dass die Richtigen denken:

Schaut euch doch diesen verdammten Laden an. Natürlich will ich da rein.

 
 
 

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