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„Mama, spinnst du? Deine AromaTouch ist 1.300 Euro wert.“

17. Sept.
4 Min. Lesezeit

Gestern lagen 50 Euro auf unserem Tisch.

Theo sieht den Schein und fragt: „Mama, warum liegen da 50 Euro?“

Ich: „AromaTouch.“

Er schaut mich an, völlig entsetzt. „Was? Sag mal, spinnst du? Geht’s dir noch gut?“

Ich war im ersten Moment ernsthaft irritiert und fragte: „Wieso? Findest du das zu viel?“

Und dann schaut mich dieses Kind an, als wäre nicht meine AromaTouch das Problem, sondern ganz offensichtlich ich.


„Mama. Du spinnst wirklich. Deine AromaTouch ist 1.300 Euro wert. Das zahlt dir doch jeder.“

Ich musste lachen.

1.300 Euro.

Nicht 80. Nicht 120. Nicht einmal großzügige 150 Euro. Mein neunjähriger Unternehmensberater steigt direkt im vierstelligen Segment ein. :)


Aber irgendwie hat mich dieser Satz danach nicht mehr losgelassen.

Weil Theo natürlich keine Ahnung hat, wie man eine AromaTouch kalkuliert. Er weiß nicht, was die Öle kosten, wie lange ich dafür brauche oder was andere dafür verlangen. Er hat null Ahnung welche Öle ich verwende- ob eins oder 20.


Was er allerdings sehr genau weiß: wie sich AromaTouch anfühlt.

Er bekommt sie selbst von mir.

Er kennt dieses Hinlegen und wissen: Jetzt muss ich gerade gar nichts. Er kennt meine Hände auf seinem Rücken, die Öle, die Ruhe und dieses immer tiefer Werden. Er kennt seinen Körper davor. Und er kennt ihn danach.

Für Theo sind 50 Euro deshalb keine Rechnung.

Er hat in diesem Moment auch nicht versucht, meine Arbeit zu bewerten.

Er hat sich erinnert.


Und vielleicht hat mich genau das so erwischt.

Er hat den Wert nicht ausgerechnet. Er hat ihn erlebt.


Ich glaube, wir dōTERRA-Beraterinnen machen es uns manchmal unglaublich schwer.

Wir lernen alles über unsere Produkte. Wir kennen Inhaltsstoffe, Herkunft, Anwendungsmöglichkeiten und Qualitätsmerkmale. Wir können erklären, warum dieses Öl besonders ist, wofür jenes verwendet wird und welches Produkt gerade in Aktion ist. Wir schwafeln darüber in Stories, bauen Slides, schreiben Produkttexte und überlegen uns noch ein Argument, weil das vorherige offenbar noch nicht gereicht hat (we all did it!!)

Als müsste ein Mensch nur genügend über ein Produkt wissen, um seinen Wert zu erkennen.

Und dann sitzt da ein Neunjähriger vor mir, der kaum etwas davon weiß und AromaTouch trotzdem völlig selbstverständlich mit 1.300 Euro bewertet.

Weil er etwas hat, das keine meiner Erklärungen ersetzen könnte:

eine eigene Erfahrung.


Seitdem denke ich über die Dinge nach, die für mich selbst wertvoll geworden sind.

Bei den wenigsten könnte ich noch sagen, welcher Satz mich damals überzeugt hat. Ich weiß nicht mehr, welche Produktbeschreibung ich gelesen habe oder welches Argument am Ende den Ausschlag gegeben hat.

Ich weiß aber, wie es sich angefühlt hat.

Vielleicht war etwas genau im richtigen Moment da. Vielleicht hat es mir einen Abend schöner gemacht. Vielleicht habe ich mich irgendwo unglaublich wohlgefühlt. Vielleicht war da ein Mensch, bei dem ich sofort wusste: Da will ich wieder hin. Vielleicht habe ich etwas einmal ausprobiert und danach war die Frage, ob ich es brauche, eigentlich längst beantwortet.


Wir erinnern uns an Erfahrungen.

Und Erfahrungen machen etwas mit Wert.

Plötzlich ist Wert keine Zahl mehr, die jemand von außen auf etwas draufschreibt. Er wird persönlich. Zwei Menschen können exakt dasselbe erleben und danach völlig unterschiedlich beantworten, was es ihnen wert war.


Und genau da wird Bindungsmarketing für mich wertvoll (du verstehst das Wortspiel ne?)

Wir sprechen im Marketing ständig darüber, wie wir Menschen überzeugen. Welche Worte verkaufen. Welche Argumente ziehen. Was wir sagen, posten oder zeigen müssen, damit jemand versteht, dass das, was wir anbieten, wertvoll ist.


Dabei beschäftigt mich inzwischen eine ganz andere Frage:

Was erlebt ein Mensch eigentlich mit mir?

Wie fühlt sich eine Beratung an? Was nimmt jemand aus einem Workshop mit nach Hause? Woran erinnert sich eine Kundin drei Wochen später? Was erzählt sie ihrer Freundin am Küchentisch? Und was davon ist irgendwann so sehr Teil ihres eigenen Lebens geworden, dass sie mich gar nicht mehr braucht, um ihr den Wert davon zu erklären?

Das ist für mich Bindungsmarketing.


Wir können dafür Räume schaffen. Wir können Menschen einladen, Dinge ausprobieren lassen, ihnen zuhören, sie begleiten und Erfahrungen möglich machen.

Aber das Wertvollste daran entsteht irgendwann beim anderen selbst.

Eine Erinnerung mit einem Gefühl dazu. Ein Moment- etwas, das eine Bedeutung bekommen hat, die wir von außen gar nicht festlegen können.

Der Wert ist persönlich geworden.


Und vielleicht hat mich Theos Satz deshalb so erwischt.

Weil ich in diesem Moment sofort das gemacht habe, was wir Erwachsenen offenbar wahnsinnig gut können.

„Findest du 50 Euro zu viel?“

Ich war bei meinem Preis.

Theo war bei seinem Erlebnis.

Er hat sich an das Hinlegen erinnert. An meine Hände. An die Ruhe. An dieses Gefühl danach.

Und daraus hat er seinen Wert gemacht.

1.300 Euro. :)

Über seine konkrete Kalkulation werden wir zwei vielleicht noch einmal sprechen müssen.

Aber seinen Maßstab möchte ich behalten.


Er hat den Wert nicht ausgerechnet. Er hat ihn erlebt.


Und vielleicht ist genau das die spannendere Frage für unser dōTERRA Business:

Wie oft versuchen wir noch, den Wert unserer Produkte zu erklären – statt Menschen die Möglichkeit zu geben, ihn selbst zu erleben?



And with that said: Vielleicht tust du es mir nach. Ich habe mir heute einen Satz auf ein Post-it geschrieben und an meinen Bildschirm geklebt. Dorthin, wo ich ihn sehe, wenn ich den nächsten Post schreibe, eine Beratung vorbereite oder wieder einmal viel zu lange darüber nachdenke, wie ich jemandem den Wert von etwas erklären kann.


Vielleicht klebst du ihn dir auch hin:

WERT WIRD NICHT ERKLÄRT. WERT WIRD ERLEBT.

Und vielleicht verändert allein diese kleine Erinnerung schon die Frage, mit der wir morgen unser Business machen.



 
 
 

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